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Splint

Kalkulationswissen

Deckungsbeitrag in der Baukalkulation: Kostenbasis und Marge verstehen

Ein Deckungsbeitrag beschreibt, welcher Teil des Erlöses nach Abzug einer festgelegten Kostenbasis übrig bleibt. In der klassischen Teilkostenrechnung ist das der Erlös abzüglich der variablen Kosten. Für die Beurteilung eines Bauangebots müssen deshalb immer die einbezogenen Kosten und die verwendete Bezugsgröße bekannt sein.

Splint · Ansprechpartner: André Herecki

Deckungsbeitrag ist nicht automatisch Gewinn

In einer Teilkostenrechnung dient der verbleibende Beitrag zunächst zur Deckung der fix behandelten Kosten. Ein positiver Beitrag bedeutet deshalb noch nicht, dass der Auftrag oder der Betrieb insgesamt Gewinn erzielt.

In einer Vollkostenkalkulation werden zusätzliche Kostenbestandteile angesetzt. Angebotspreis abzüglich Selbstkosten bezeichnet daher eine andere Ergebnisgröße als Erlös abzüglich variabler Kosten. Kennzahlen sind nur vergleichbar, wenn ihre Kostenbasis übereinstimmt.

Ein vereinfachtes Beispiel mit Nettowerten

Angenommen, ein Angebot beträgt 100.000 € netto. Die variablen Kosten sind für dieses Beispiel mit 70.000 € angesetzt. Der Deckungsbeitrag vor den fix behandelten Kosten beträgt damit 30.000 € beziehungsweise 30 % des Angebotspreises.

Werden zusätzlich 20.000 € an weiteren Kosten angesetzt, bleiben auf dieser erweiterten Kostenbasis 10.000 €. Die Zahlen zeigen zwei unterschiedliche Ergebnisse desselben Angebots. Sie sind ausdrücklich ein Rechenbeispiel; sie beschreiben weder einen Splint-Kunden noch eine typische Kostenstruktur.

Warum Zuschlag und Marge unterschiedliche Prozentwerte ergeben

Ein Zuschlag bezieht sich auf die angesetzte Kostenbasis. Eine Ergebnismarge bezieht sich auf den Angebotspreis. Wenn auf 90.000 € Kosten ein Ergebnis von 10.000 € entfällt, beträgt der Zuschlag rund 11,11 %, die Ergebnismarge dagegen 10 %.

Beide Werte können korrekt sein. Vor dem Vergleich muss feststehen, welcher Betrag im Nenner steht. Einen gewünschten Anteil am Angebotspreis einfach als gleich hohen Zuschlag auf die Kosten anzuwenden, führt zu einem anderen Preis.

Kosten und Angebot gemeinsam prüfen

  1. Festlegen, welche Kosten die Kennzahl einbezieht und welche noch gedeckt werden müssen.
  2. Nettowerte mit Nettowerten vergleichen und Mengen sowie Ansätze kontrollieren.
  3. Zuschläge anhand ihrer tatsächlichen Bezugsgröße nachvollziehen.
  4. Preisänderungen auf Positions- und Projektebene prüfen, bevor ein Angebot abgegeben wird.

Der Blick in Splint

Die Splint-Demo zeigt Angebotspreis, Selbstkosten und die in der Anwendung ausgewiesene Wirtschaftlichkeit zusammen. Bei einer geänderten Position lässt sich der gespeicherte Ausgangsstand mit dem aktuellen Stand vergleichen.

Welche Kosten und Zuschläge Ihr Betrieb berücksichtigt, gehört zur Vorbereitung der Einführung. Die Kennzahl in Ihrer Kalkulation muss zu dieser vereinbarten Logik passen; eine fachliche Kostenprüfung bleibt Teil der Angebotsarbeit.

Häufige Fragen

Wie berechnet sich der klassische Deckungsbeitrag?

In der klassischen Teilkostenrechnung ist der Deckungsbeitrag der Erlös abzüglich der variablen Kosten. Er dient zunächst zur Deckung der fix behandelten Kosten.

Ist Angebotspreis minus Selbstkosten dasselbe?

Nein. Selbstkosten und variable Kosten sind unterschiedliche Kostenbasen. Deshalb müssen Kennzahlen mit ihrer Definition gelesen werden, bevor man sie miteinander vergleicht.

Sind 10 % Zuschlag und 10 % Marge gleich?

Nein. Ein Zuschlag bezieht sich auf die Kosten, eine Marge auf den Angebotspreis. Bei 90.000 € Kosten und 100.000 € Angebotspreis sind 10.000 € Ergebnis rund 11,11 % Zuschlag und 10 % Ergebnismarge.

Weiterführende Fachquellen

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