Ein Materialpreis ist noch kein fertiger Einheitspreis
Der Einkaufspreis eines Materials ist ein Bestandteil der Kalkulation. Der Einheitspreis einer Bauleistung berücksichtigt darüber hinaus den Bedarf je Leistungseinheit, Arbeitsaufwand und die weiteren erforderlichen Ansätze.
Eine Preisbibliothek sollte diese Ebenen unterscheidbar machen. Wer den Materialpreis ändert, muss erkennen können, für welche Kalkulationsbestandteile dieser Ansatz relevant ist. Ein fertiger Preis aus einem Altangebot erklärt seinen Aufbau dagegen oft nicht.
Wie eine gemeinsame Preisgrundlage entsteht
- Mit einem überschaubaren Bestand beginnen: die Materialien und Leistungen, die in Ihren Angeboten regelmäßig vorkommen.
- Bezeichnungen und Einheiten vereinheitlichen: beispielsweise Einkauf je m² und Materialbedarf je Leistungseinheit klar unterscheiden.
- Preisgrundlagen prüfen: Herkunft, zeitliche Gültigkeit und projektbezogene Besonderheiten im Team klären.
- Verantwortung festlegen: Wer prüft neue Preisstände, wer darf Änderungen vornehmen und wann werden Ansätze erneut kontrolliert?
- An einem echten Muster-LV testen: Das Team muss den passenden Ansatz finden und dessen Verwendung nachvollziehen können.
Beispiel: weniger Sucharbeit bei der nächsten Kalkulation
Ein Kalkulator hat für ein Holzbauangebot einen Materialansatz bereits fachlich aufgebaut. Beim nächsten ähnlichen Projekt muss er nicht erst herausfinden, welche Datei den verwendeten Preis enthält. Eine gemeinsame Bibliothek stellt die Grundlage bereit.
Trotzdem bleibt die Prüfung notwendig: Andere Baubedingungen, Liefermengen oder Ausführungen können einen anderen Ansatz verlangen. Eine gut organisierte Bibliothek verkürzt die Suche; sie ersetzt nicht die Entscheidung des Kalkulators.
Wie Splint dabei unterstützt
Splint stellt Materialpreise und Kalkulationsansätze an einem gemeinsamen Ort bereit. Gespeicherte Positionen und frühere Projekte helfen dabei, vorhandenes Kalkulationswissen erneut zu nutzen.
Für die Einführung wählen wir mit Ihnen geeignete Daten aus: Preislisten, Muster-LVs oder bestehende Kalkulationen. Welche Daten sich übernehmen lassen und wie sie gepflegt werden sollen, klären wir anhand Ihrer tatsächlichen Unterlagen.
Häufige Fragen
Was unterscheidet Preisbibliothek und Positionsbibliothek?
Eine Preisbibliothek enthält Preisgrundlagen und Ansätze. Eine Positionsbibliothek ergänzt den Zusammenhang einer Leistung, beispielsweise Positionstext und Kalkulationsbestandteile. Beide helfen, wiederkehrende Aufgaben vorzubereiten.
Sind gespeicherte Preise automatisch aktuell?
Nein. Preise müssen passend zu Projekt, Einkauf und Zeitpunkt geprüft werden. Eine gemeinsame Bibliothek braucht dafür eine klare Verantwortung im Betrieb.
Müssen wir alle vorhandenen Daten zuerst aufräumen?
Für einen ersten Einsatz lässt sich ein geeigneter Ausschnitt auswählen. Im Kalkulationscheck prüfen wir, welche Preislisten und Musterkalkulationen für Ihren Einstieg hilfreich sind.